Liebe Kolleg*Innen,

sehr aufgeregt teilte ich gestern meine ersten Empfindungen nach unserer Marathon-Digitalkonferenz "Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem" in ihrer sechsten Edition.

Mit der gleichen Emotion ist heute Zeit für einige Überlegungen im Rahmen unseres Migra Up-Projekts, das sich nicht zufällig im sechsten Jahr seiner ununterbrochenen Tätigkeit befindet.

Ende 2014 trat die neue Integrationsbeauftragte von Pankow, Katarina Niewiedzial, derzeit Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Migration, ihre Arbeit an. Von Beginn ihrer Amtszeit an war die Notwendigkeit offensichtlich, Themen und spezifische Nischen für Maßnahmen zu finden und professionelle Netzwerke aufzubauen, die auf dem Sozialkapital von Migrantenorganisationen (MSO) basieren. Dann kam die Frage nach der Förderung der Mehrsprachigkeit, und Lingua Pankow war geboren. Es war ebenso offensichtlich, dass die MSOs von Pankow über viel Erfahrung und Fachkenntnisse in diesem Bereich verfügten, aber es war notwendig, dies sichtbar zu machen.

Die Vernetzung, die Zusammenarbeit zwischen den MSOs und die Formalisierung von Austauschräumen mit der Verwaltung, um dem Thema eine politische Vision zu verleihen, wurden Teil des Migra Up-Projekts - ehemals Migramove - Migrapower -.

Als Projektleiterin war ich im selben Jahr 2015 zu einem Treffen eingeladen worden, dessen Ziel darin bestand, das Thema nach ganz Berlin zu bringen. Der Name dieses Netzwerks lautet BEFan und ist noch vorhanden. Es ist zu einer weiteren Referenz des betreffenden Themas geworden. Tatsächlich wurde der I Fachtag von beiden Netzwerken synchronisiert durch die lokale Lingua Pankow und der Berliner BEFan, angeführt damals von VIA e.V., Yekmal e.V. und Mitra e.V. Die Koordinatorin von BEFan ist Mitglied unseres Projekts Migra Up. Die Verbindung ist stärker als zuvor.

Katarina kam ohne Team an. Es war notwendig, mehr community-bases und einen Diskurs aufzubauen. Zumindest für mich war der lebhafte Austausch mit Katarina sehr wichtig. Durch die vielen Gespräche und Begegnungen zweier Mütter mit Kindern, die zwischen zwei oder mehr Kulturen aufwachsen, verstanden wir unsere Rolle als Vertreterinnen der Zivilgesellschaft und der Verwaltung neu. Gute Chemie auf persönlicher Ebene funktionierte auch bei der Arbeit.

Sechs Jahre nach diesen Gesprächen sind wir gewachsen und haben in Pankow viele Veränderungen erlebt.

Die interkulturelle Öffnung, zu der unser Projekt gehört, zeigt, dass die Kommunikation zwischen Zivilgesellschaft und Verwaltung nicht nur gut, sondern auch notwendig ist. Das enorme Engagement der MSOs kann eine Anekdote bleiben, wenn wir nicht an langfristige oder nachhaltige Prozesse denken. Die Zusammenarbeit mit staatlichen Akteuren ist das, was es möglich macht. Seit 2015 konnten wir durch die Definition von Mehrsprachigkeit als erste Priorität auf unserer lokalen Agenda den Spielraum und die finanziellen Möglichkeiten erweitern, mehr Projekte, mehr Organisationen und natürlich gemeinsame Veranstaltungen wie den Fachtag fördern. Ohne die Verwaltung werden wir die Institutionalisierung unserer Arbeit oder deren Nachhaltigkeit nicht erreichen. Dann ist es an der Zeit, bewährte Verfahren und einen angemessenen Diskurs zu generieren, der uns dabei hilft, Richtlinien - Policies - zu erstellen.

Dieses Mal, nach so vielen Monaten, konnten wir unser lokales Team erweitern und mehr Mitglieder erreichen. Trotz der Grenzen der Pandemie wurde ein gemischtes Team gebildet. Wir hatten Wege gefunden, zusammenzukommen, zusammen zu denken und uns zu unterstützen. Dank der enormen Motivation und des Vertrauens, das zwischen uns besteht, war alles möglich.

Sechs Jahre später verfügt das Bezirksamt Pankow, das die konzeptionellen Grundlagen des heutigen Tandemprojekts Migra Up - Zusammenarbeit zwischen OASE Berlin e.V. und VIA e.V. - geschaffen hat, über ein konsolidiertes Integrationsteam. Wir danken ihnen: Nina Tsonkidis, die neue Integrationsbeauftragte und ihr Team: Birgit Gust, Susann Kubisch und Sara Ghayour-Mobarhan. Jeder wird ermutigt nicht nur die Arbeit, sondern auch die Ideen und Ressourcen, um unsere Arbeit effizient zu präsentieren. Als Mitglied des Integrationsbeirats Pankow danke ich Ihnen, dass Sie die aktuelle Mitgliederkonstellation und unsere neue AG Mehrsprachigkeit mit Mitgliedern aus Russland, Polen, Rumänien, Kamerun, Iran, Peru und Deutschland motiviert haben. Von hier aus auch meinen Dank für Ihre ständige Unterstützung für jede angesprochene Idee oder jedes Projekt.

Zuvor, im Jahr 2017, hatte Estrella Betancor del Rosario - Mitglied des Integrationsrates Marzahn-Hellersdorf - die Idee zur Gründung einer AG Mehrsprachigkeit ins Leben gerufen. Seitdem hat sie jährliche Konferenzen abgehalten und es geschafft, die Aufmerksamkeit und Unterstützung verschiedener öffentlicher Verwalter in ihrem Bezirk zu erregen. Estrellas Arbeit hätte ohne die Unterstützung des Integrationsbeauftragten Dr. Thomas Bryant und seines Teams nicht auffallen können. Ich danke auch Francisco Cárdenas, der neben seiner Arbeit in Flüchtlingsfragen Koordination, an den AG-Sitzungen teilnimmt und diese fördert. In diesem Jahr haben beide AGs - aus Pankow und Marzahn-Hellersdorf - mitten in der Pandemie unsere Zusammenarbeit verstärkt, und ein Beispiel für unsere Zusammenarbeit sind die Teilnahme und der Dialog, den wir regelmäßig führen, die Führung der gestrigen Zukunftswerkstatt 1 und ihrer Präsenz im ORGA-Team unseres Fachtags.

Zur interkulturellen Öffnung in Pankow gehören natürlich noch viel mehr Personen. Mein besonderer Dank aus dem Projekt geht an Danilo Vetter, Leslie Kuo und die Leitungen der 8 Bibliotheken im Bezirk. Trotz der aktuellen Anforderungen ist es uns gelungen, in Abstimmung mit den MSO von Pankow mehrere Fortschritte in der oben genannten Frage zu erzielen. Erwähnenswert sind Themen wie der Märchentag (dieses Jahr zum 5. Jubiläum) und die Definition eines Plans mit einem Akzent auf die verschiedenen Sprachen des Bezirks für jedes seiner Bibliotheken. Großartig! Mit dem Jugendamt machen wir auch einige Fortschritte. Förderung von Räumen für den Austausch und die Identifizierung von Prozessen, die unsere Communities in ihrer Muttersprache erreichen müssen. Vielen Dank an Frau Angela Schneider für die Zusammenarbeit mit den MSO-Mitgliedern der AG Frauen in Trennung und für die Planung von Kooperationsmaßnahmen.

Die nächste Ebene der öffentlichen Verwaltung ist der Senat. Und diesmal hatten wir zwei davon, die Senatsverwaltung für Bildung (SVB) und die Senatsverwaltung für Integration (SVI). Unser Kontakt basiert nicht auf bestimmten Förderprojekten. Die Koordination kam auf einer anderen Ebene. Es ging darum, einen Fachtag zu organisieren, um das Konzept der Mehrsprachigkeit an Berliner Schulen und seine zukünftige Umsetzung zu thematisieren. Hier war die Arbeit auf Augenhöhe von entscheidender Bedeutung, und von hier aus danken wir Fatih Özkan, unser Partner bei der SVB, die für das große Ziel verantwortlich ist, die Grundlagen für das Mehrsprachigkeitskonzept für Berlin und seine Verfügbarkeit für die Kommunikation mit allen möglichen Akteuren zu legen, Alexander Lautsch, Ansprechpartner der Integrationsbeauftragte Berlin, für die stets pünktliche Beantwortung unserer Fragen und Bedenken und für die hervorragende Stellung des Senats.

Und der letzte Dank geht an unsere liebe Katarina für Ihr Engagement und Ihre Inspiration als Frau und Mutter, die wie wir Migration und Mehrsprachigkeit als Potenzial und Reichtum sehen.

Ich schließe diese Notiz mit großer Freude. Für den Empfang in Pankow von meinem ersten Tag in Berlin an. Und um Zeuge und aktiver Teil wichtiger und notwendiger Veränderungen zu werden. In Zeiten der Pandemie und so vieler anderer Krisen ist es gut, die guten Nachrichten zu feiern, und was wir in Pankow aufbauen, ist mehr als gut.

Wir haben die Möglichkeit, weiter zu wachsen. Unser Projekt arbeitet für die Themen der organisierten Migrantengemeinschaft, der Menschen, aus denen sie bestehen, und hofft, weiterhin Brücken zu der lokalen Verwaltung bauen zu können. Zum Thema Mehrsprachigkeit haben wir das Thema Vielfalt und Frauen in Trennung hinzugefügt. Der Dialog und die Zusammenarbeit sind eine Identitätsmarke in Pankow und können sich in ganz Berlin verbreiten.

Vielen Dank!

Marita Orbegoso Alvarez

Projektleiterin

Tandemprojekt Migra Up! Pankow.

OASE Berlin e.V & VIA e.V.

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